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Februar 2016

Mondpreise und Schlüssellochgucker


Long time no see oder besser no read.


Es ist also mal wieder an der Zeit für einen neuen Blogeintrag, in dem wir uns heute mit dem Thema Preise bzw. unrealistische Preisvorstellungen beschäftigen, da uns in letzter Zeit öfters Anfragen von Kunden erreichen, die uns mit den Ohren schlackern lassen.

Für uns ist es immer interessant zu wissen, mit welchem Budget pro Person der Kunde rechnet und was er sich dafür vorstellt, damit wir- ohne viel Zeit zu verlieren- ein gutes Angebot unterbreiten können, in dem wir auf die individuellen Wünsche eingehen. Merkwürdigerweise kommt es aber seit geraumer Zeit hin und wieder vor, dass die (Preis)Vorstellungen des Kunden sehr weit von der Realität abweichen. Als Beispiel: Für eine Feier mit ca. 10 Personen wird ein warmes Buffet mit diversen kalten Vorspeisen und einer Dessertauswahl gewünscht. Da auch Vegetarier und Veganer unter den Gästen sind, sollen gleich mehrere Speisen angeboten werden, die einfach jeden glücklich machen. Alles in allem soll es innovativ, abwechslungsreich und vor allem viel sein, und da der Kunde den Tag genießen möchte, sollen auch Teller, Besteck und Gläser mitgeliefert werden. Bis dahin klingt das nach einer alltäglichen Anfrage, die unter anderem unser Geschäft ist. Geht es aber dann um das Budget pro Person, das brutto im einstelligen Bereich angesiedelt wird, stoßen wir an unsere sehr kreativen Grenzen.
Darauf hingewiesen, dass es uns so nicht möglich ist, den Wünschen des Kunden gerecht zu werden, stößt man dann auf völligstes Unverständnis und wird mit dem Argument konfrontiert, dass die Lebensmittel im Discounter doch kaum etwas kosten.... (!!!!!!)

Mal davon abgesehen, dass wir für das Geschäft nicht im Discounter einkaufen, sondern auf unseren Partner Selgros in Neu-Isenburg zurückgreifen, fließen noch ganz viele andere Komponenten in die Preisberechnung ein, denn unter anderem möchten wir unsere Arbeit und unseren Aufwand bezahlt bekommen und am Ende des Monats sowohl die Rechungen des Geschäfts als auch unsere eigenen Rechnungen zahlen können.

Sicherlich hat der Kunde das Recht, ja sogar die Verpflichtung Preise zu vergleichen, nur er vergleicht eben wirklich nur Zahlen. Was er letztendlich dafür bekommt, steht auf einem anderen Blatt.
Jeden Tag lassen wir uns doch irgendwo von niedrigen Preisen verführen. Der günstige Pullover oder die Schnäppchenschuhe lassen uns gerne mal schwach werden, mit dem Unterschied, dass wir, wenn wir nicht gerade über das Internet einkaufen, sehen und fühlen können, was wir für unser Geld bekommen. In der Gastronomie verhält es sich hingegen ganz anders damit. Wir lesen schön beschriftete Tafeln, Speisekarten oder eben Angebote und haben eine Vorstellung davon, was wir gerne für den genannten Preis bekommen möchten. Leider mussten wir schon viel zu oft am eigenen Leib feststellen, dass das Preis-Leistungsverhältnis in keinem Verhältnis mehr steht, was an den vielen Schlüssellochguckern liegen mag, die eben nicht rechnen, sondern beim "Nachbarn" schauen, was dieser für Preise aufruft und sich entsprechend im Preis anpassen oder eben mit Dumpingpreisen unterordnen. Dass dabei die Qualität stark auf der Strecke bleibt, muss nicht weiter erwähnt werden.
Je nachdem wie hoch die Fixkosten für den Betrieb liegen, muss noch jeder erfolgreiche Unternehmer seine Preise selbst berechnen, denn keiner kann zum Selbstkostenpreis oder darunter überleben. Sicherlich muss sich der Endkunde nicht mit den Kosten eines Betriebs auseinandersetzen, aber man sollte davon ausgehen, dass allein die Erfahrung, die man selbst mit der Haushaltskasse macht, ausreichen sollten, um nachvollziehen zu können, was realistisch ist und was nicht.

Für uns Gastronomen wäre es wünschenswert, wenn die Kunden wieder verstärkt auf Qualiät Wert legen würden und nicht alle Entscheidungen über den Preis, der rein gar nichts über die Qualität und die Quantität aussagt, getroffen werden.
Ist es nicht viel mehr eine Freude von einem gut ausgebildeten Koch, der die Lebensmittel zu behandeln weiß, Erfahrung und Innovation einfließen lassen kann und für den Sauberkeit und die damit verbundene Gesundheit nicht zu teuer ist, bekocht zu werden als von jemandem, der es sich anmaßt, die gleiche Leistung ohne Ausbildung oder Erfahrung, aber zu Dumpingpreisen anbieten zu können, weil er eben nur Discounterware unprofessionell verarbeitet und gar nicht vor hat, lange am Markt zu bleiben, weil er nicht rechnen möchte?

Grundsätzlich muss Catering nicht teuer sein und ist fast für jeden Geldbeutel zu haben, sofern man realistische Vorstellungen davon hat, was man bekommen kann, und dass man eben nicht nur für die Lebensmittel bezahlt, sondern auch für Arbeit und Service.

In diesem Sinne danken wir all unseren zufriedenen Kunden, die uns jeden Tag gerne zur Arbeit gehen lassen und die zu schätzen wissen, was sie bekommen.